Mittwoch, 7. Februar 2018

[Rezension] "Ivory and Bone" - definitiv ausbaufähig




Ivory and Bone: Die Geschichte von Mya und Kol (Julie Eshbaugh)

Erschienen 
21. September 2017
Seitenzahl: 368
Verlag: Fischer S. Verlag 
Hardcover: 16,99 €
ISBN: 978-3737353441 
Auch bei Amazon erhältlich



Die Autorin


Julie Eshbaugh entdeckte schon in frühen Jahren ihre kreative Ader. Diese führte sie vorrangig zu ihrer Arbeit in der Filmindustriebranche. In der Branche veröffentlichte sie unter anderem zwei Kurzfilme und arbeitete mehrere Jahre an einer Teenieserie mit. 2016 erschien in den USA ihr Debütroman „Ivory and Bone“, der Beginn einer Jugendbuchreihe.


Ivory and Bone: Die Geschichte von Mya und Kol


Als Mya mit ihrem Clan den von Kol besucht, ist dieser hin und weg. Schnell ist es um ihn geschehen, doch Mya steht dem eher kritisch entgegen. Denn obwohl alle Welt erwartet, dass die beiden eine Beziehung aufbauen und eine Verbindung aufbauen. Als Kol jedoch einen Fehler bei der Jagd begeht, kann Mya nicht über ihren Schatten springen und straft ihn ab diesem Zeitpunkt mit Verachtung. Doch als ein weiterer Stamm sein Lager in der Nähe aufschlägt, wird es für beide kritisch. Denn dieser Stamm scheint ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit, welches Kol nicht kennt, wieder an die Oberfläche holen zu willen. Kol muss nun den Kampf aufnehmen, um seinen Stamme erhalten zu können. Er ist der älteste von drei Brüdern und wird die Nachfolge des Hohen Ältesten antreten. 


Fazit


Schon als ich das Buch in den Händen hielt, war klar, dass ich es unbedingt lesen muss. Mir gefällt das Cover sowie der Titel „Ivory & Bone“ unheimlich gut. Es ist unheimlich, geheimnisvoll und außergewöhnlich zu gleich. Beide Dinge verraten wenig über den Inhalt, was ich sehr ansprechend finde. Die ersten Seiten folgen nur so dahin und ich war mittendrin im Geschehen. Dann lies die Spannung jedoch ziemlich nach. Die Handlung kam nicht wirklich voran und ich hatte das Gefühl als würde sich die Geschichte ein wenig im Kreis drehen. Doch zunächst zu den positiven Seiten, neben Cover und Titel.


Besonders gut gefallen hat mir der Schreib- und Erzählstil. Diese waren locker leicht und absolut einfach zu verstehen. Außerdem fand ich die Landschafts- und Szeneriebeschreibung wirklich gut gelungen. Ich fühlte mich sofort hineinversetzt in die Welt von Kol und Mya. Dazukommt, dass das Buch mitten in der Handlung einsteigt und durch Rückblenden bzw. eine Erzählung von Kol lebt. Das fand ich sehr ansprechend, da sich dadurch die Erzählperspektive außergewöhnlich gestaltet hat. Er spricht direkt die Leute an, denen er die Geschichte erzählt. Das fand ich sehr gut gelungen. Auch die Szenerie, die längst vergangene Zeit, in welcher die Handlung des Buches spielt, war für mich mehr als ansprechend. 


Gut ins Buch gestartet und angefixt von Handlungsort etc., hätte dieses Buch wirklich gut werden können, denn die Idee ist klasse. Dann kamen die beiden Hauptcharaktere ins Spiel: Kol und Mya. Beide konnten mich absolut nicht packen. Kol kam mir sehr zweifelnd und trübsinnig vor, während Mya arrogant, hochnäsig und unnahbar wirkt. Dass sich Kol verhält wie er es tut, ist darauf zurück zuführen, dass er eher ein ruhiger Charakter ist. Dazu kommt, dass er sich in seinem Clan behaupten muss und er muss ein Mädchen finden, mit dem er sich verloben kann, bevor seine Brüder heiraten dürfen. Dies ist nicht so ganz einfach, denn in seinem Clan gibt es keine Mädchen. Umso großer ist die Hoffnung, die in andere Clans gesteckt wird.


Besonders gut hat mir die Entwicklung der Geschichte zwischen Mya und Kol gefallen. Denn der Gedanke, dass sie ihn zu Beginn nahezu verabscheut, hat etwas sehr geheimnisvolles und spannungsförderndes. Allerdings drehte sich schon nach einiger Zeit alles nur noch im Kol und seine Gedanken, die er sich rund um Mya macht. Sie ist für ihn kein Mädchen, was er einfach nur erobern möchte, sondern er empfindet tiefer für sie. Mya fand ich einfach nur anstrengend und kühl. Für meine Empfindungen ist sie zu weit entfernt vom Leser, das änderte sich für mich auch bis zum Schluss des Buches wenig.


Der Clan selbst war für mich leider überhaupt nicht ansprechend. Ich kam nicht wirklich dahinter, wie es der Clan in der Umgebung schafft zu überleben, noch fand ich die Verhältnisse der einzelnen Mitglieder untereinander einleuchtend. Die Geschichte fand ich an dieser Stelle auch etwas zu einfach. Auch als der Clan letztlich den Höhepunkt des Buches erlebt, ging mir alles ziemlich schnell. Mir ist nicht ganz klar, weshalb die Geschichte unbedingt in dieser Zeit spielen muss, in der sie es tut. Mit den wenigen Ausführungen zum Clan etc. hätte sie auch in einer späteren Zeit angesiedelt sein können. Im Gegensatz dazu fand ich die Szenerie der Gefahren durch andere Clans und eben nicht nur durch Wildtiere, wie Säbelzahntiger etc. sehr spannend.


Alles in allem ein gelungenes Debüt, welches sicherlich noch ausbaufähig ist, aber einen ungewöhnlichen und spannenden Handlungsort aufweist. Dieser könnte in den Folgebänden noch stärker involviert und ausgestaltet werden.


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