Mittwoch, 7. Februar 2018

[Rezension] "Ein bisschen wie Unendlichkeit" - mit sehr viel Tiefgang




Ein bisschen wie Unendlichkeit (Harriet Reuter Hapgood)

Erschienen: 
23. Februar 2017
Seitenzahl: 384
Verlag: Fischer JugendbuchVerlag 
Hardcover: 16,99 €  
ISBN: 978-3737340335
Auch bei Amazon erhältlich



Die Autorin


Harriet Reuter Hapgood lebt in Brighton, England. Als Modejournalistin schrieb sie unter anderem für die Zeitschriften »In Style« und »Marie Claire«. Ihr Großvater war ein deutscher Mathematiker und hat sie zu diesem Roman inspiriert. ›Ein bisschen wie Unendlichkeit‹ ist ihr Debüt. 


Ein bisschen wie Unendlichkeit


Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum nachdenken. Sie kennt jede Theorie zu Raum und Zeit und kann alles mit einer Formel erklären. Diese hält sie gewissenhaft an ihrer Zimmerwand fest.

Nur eines erschließt sich ihr nicht: warum ihr bester Freund Thomas, der vor einigen Jahren weg­gezogen ist, plötzlich wieder auftaucht. Er hatte sie doch alleingelassen. Auch warum niemand ihre Verzweiflung über den Tod ihres Großvaters Grey versteht. Weder ihr Bruder, der weiterhin Freunde trifft und Partys feiert, und auch nicht ihr Vater, den der kleinste Wind umzuhauen vermag. Warum durchlebt sie in Flashbacks außerdem ganze Szenen ihres Lebens erneut? Verliert sie den Verstand oder wird sie wirklich in die Vergangenheit versetzt? Und wie kann sie in der Gegenwart bleiben – bei Thomas, dessen Küsse ihr Universum verändern?


Fazit


Vor allem das Cover stach mir ins Auge, weshalb ich dieses wunderschöne Buch unbedingt haben musste. Die ersten Seiten jedoch konnten mich vollends fesseln. Was für ein grandioser Einstieg? Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und las es in einem Rutsch durch. Die Protagonistin Gottie ist ein nachdenkliches Mädchen, welches den Sommer, der für sie mit so vielen schlechten Gefühlen und Trauer verbunden ist, einfach nur unter dem Apfelbaum verbringen möchte. Alle anderen Protagonisten schließt sie aus ihrer eigenen Welt aus.


Der Schreib- und Erzählstil ist unglaublich berührend und spannend. Der Leser lernt das Innenleben von Gottie kennen und beginnt erst im Laufe des Romans zu verstehen, wie es dem Mädchen wirklich geht. Ich stand während des Lesens häufig vor einem Tränenausbruch. So sehr konnte ich Gottie versehen und mich durch den ansprechenden Erzählstil in sie hineinversetzen. Das Mädchen leidet unheimlich unter einigen Gegebenheiten, die sich dem Leser erst nach und nach erschließen. Sie selbst erklärt sich das meiste mit ihren Theorien über Raum und Zeit. Vor allem die Sprünge in der Handlung, vor welchen ich zunächst ein wenig Angst vor einem Durcheinander hatte, machen den Verlauf der Handlung so originell. Die Zeitsprünge verdeutlichen den Gemütszustand der jungen Frau noch mehr.


Wirklich eine gelungene Reise durch Raum und Zeit und gleichzeitig durch die Psyche eines jungen Mädchens, welches sich von ihrer Umwelt abgeschnitten, alleingelassen und unverstanden fühlt. Letztlich ist alles eine Frage von Gefühlen. Der Schmerz, der von Gottie ausgeht, ist so greifbar, dass man als Leser selbst mit sich hadert. Der ganze Weltschmerz scheint sie zu umgeben.


»So ist es, wenn man jemanden liebt. So ist es, wenn man um jemanden trauert. Ein bisschen wie Unendlichkeit.«


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