Dienstag, 5. September 2017

[Rezension] "Lost Boy" - definitiv stärker, als "Lost Places"



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Lost Boy (Johannes Groschupf)
Erschienen:
13. Januar 2017
Seitenzahl: 240
Softcover: 12,99 €
ISBN: 9783841504470

Der Autor

Johannes Groschupf, 1963 in Braunschweig geboren, wuchs in Lüneburg auf. Studium der Germanistik, Amerikanistik und Publizistik in Berlin (West). Einer der ersten Entdecker des Bezirks Neukölln; seine Erkundungen wurden unter dem Pseudonym Olga O'Groschen: Gebrauchsweisung für Neukölln (1988) veröffentlicht. Reisejournalist für Die Zeit, FAZ, Frankfurter Rundschau: Hawaii, Karibik, Ukraine, Russland, Kamtschatka, Japan, Indien, Algerien. 1994 Hubschrauberabsturz in der Sahara. 1998 entstand aus dieser Erfahrung das Radio-Feature "Der Absturz", das im Jahr darauf den Robert-Geisendörfer-Preis erhielt. Johannes Groschupf hat zwei mittlerweile erwachsene Kinder und lebt in Berlin und Hannover. (amazon)

Morgen lieb ich dich für immer

Als Lennart in Hamburg erwacht, ist nichts mehr wie es war. Er kann sich an nichts erinnern und sein Kopf fühlt sich an, wie in Watte gepackt. Auch wie er auf den Hamburger Hauptbahnhof gekommen ist, weiß er nicht mehr. Nur mit einem Foto eines ihm unbekannten Mädchens in der Tasche, macht er sich auf den Weg durch Hamburg. Dort hat er Glück und findet schnell einen Arbeitsplatz auf dem Fischmarkt. Zudem lernt er Jule kennen, die ihm auf der Suche nach seiner Erinnerung helfen will. Die Reise führt die beiden nach Berlin, wo Lennart schon gesucht wird. Keiner kann sich vorstellen, dass sich der junge Musiker an nichts erinnern kann. Dabei ist er Teil von Bulgurs DJ Crew. Doch Bulgur ist nicht so harmlos wie er tut. Er ist sehr gefährlich und bald steckt Lennart wieder mittendrin in der Clubszene Berlins.

Fazit

Schon Groschupfs Roman „Lost Places“ hat mir sehr gut gefallen. Daher wollte ich mir auch „Lost Boy“, den neuen Roman des Autors näher anschauen. Bereits das Cover erinnert an seinen ersten Roman und gefiel mir sehr gut. Etwas unheimlich, düster und gibt schon einen kurzen Vorgeschmack auf den Inhalt. Die ersten Seiten tun ihr übriges. Ich war sofort mitten im Geschehen, auch, wenn für den Leser durch die Amnesie von Lennart, dem Hauptprotagonisten, die eigentliche Handlung zunächst im Dunkeln bleibt. Dies macht den Roman jedoch auch so spannend. Ich habe den Klappentext nicht gelesen, weil dort häufig schon so viel verraten wird. Daher wusste ich absolut nicht, wohin die Reise gehen sollte. 

Die Protagonistin Jule, welche wohl das kühle Nordlicht darstellen sollte, ging mir ein wenig auf die Nerven. Von Beginn an gab sie sich geheimnisvoll und auf Distanz, dabei wollte sie das genaue Gegenteil. Zudem gab es da noch dieses andere Mädchen, welches durch Lennarts Träume spukte. Als ihm die Stadt Berlin wieder einfiel, war es nur eine Frage der Zeit, bis die beiden sich auf den Weg dorthin machten, um Lennarts Identität zu lüften. In Berlin ging meines Erachtens dann alles recht schnell.

Der Schreib- und Erzählstil des Autors war wie immer sehr ansprechend und ich war schnell mitten im Geschehen. Ich konnte dem Lauf der Geschichte sehr gut folgen. Einen kleinen Abbruch taten mir Lennarts Freunde in Berlin, da sich alle in Geheimnis hüllten, als der Junge zurück nach Berlin kam. Natürlich lag dies sicherlich an der Gefährlichkeit des DJs, vor welchem sich alle, scheinbar zurecht, fürchteten. Für Lennart hieß das jedoch, dass er lange suchen musste, bis er zu demjenigen kam, der ihm helfen konnte.

Alles in allem ein toller zweiter Roman des Autors, welcher mir gut gefallen hat. Vielleicht sogar einen Tick besser, als Johannes Groschupfs "Lost Places". Allerdings ist es eines der Bücher, welches leider nicht lang im Kopf verweilt und im Gedächtnis bleibt.
 


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