Freitag, 8. Januar 2016

[Rezension] "Cyberkrank" - einige Gedanken vom Leiter der Psychatrischen Universitätsklinik in Ulm


Wer kennt sie nicht... die so genannte "Smartphone"-Generation. Ich zähle mich da irgendwie auch dazu. Stichwort "Smombie" als Unwort des Jahres 2015?

Auch ich habe mir als angehende Lehrerin schon den ein oder anderen Gedanken gemacht, ob die Generation "Smartphone" auch noch ohne Handy kann? Oder Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und co.?

Manfred Spitzer hatte dazu einige interessante Gedanken...

http://www.droemer-knaur.de/buch/7786876/cyberkrank


Cyberkrank – Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert (Manfred Spitzer)


Erschienen:
November 2015
Seitenzahl: 448
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Hardcover: 22,99 €
ISBN:
978-3426276082

Der Autor


Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, geboren 1958, leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter die Bestseller Lernen, Vorsicht Bildschirm! und Digitale Demenz. 2004 – 2013 moderierte er die wöchentliche Sendereihe Geist & Gehirn auf Bayern Alpha. Manfred Spitzer ist einer der bedeutendsten deutschen Gehirnforscher. 


Cyberkrank


Der Autor Manfred Spitzer setzt digitale Medien in Szene und bespricht diese im Detail. Smartphones, Cyperspace und die digitale Jugend setzt er in Verbindung mit Cyberangst, Cyberstress und Cybersucht. Die digitale Informationstechnik, die unsere Gesellschaft und unser Leben prägt, steht in diesem Sachbuch im Vordergrund. Das Ausmaß der Nutzung dieser digitalen Technik wurde durch das Smartphone enorm in die Höhe getrieben. Auch die Daten, welche wir im Netz hinterlassen, sieht er als Problem und diskutiert diese in seinem Buch. 


Fazit


Ein interessantes Sachbuch über die digitale Informationstechnik, die unser Leben prägt. Der Autor Manfred Spitzer kritisiert die fatalen Auswirkungen für unsere Gesundheit, welche diese Technik auf uns hat. Anhand von wissenschaftlichen Studien, die recht fundiert scheinen, zeigt der Gehirnforscher und Neurologe die Entwicklungen, welche die digitale Technik mit uns macht. Ich fand den Autor im Buch selbst nicht wirklich sympathisch, aber ich glaube das ist auch nicht der Hintergrund des Buches. Allerdings fiel mir von Beginn an auf, dass für Spitzer vor allem die negativen und auch NUR die negativen Auswirkungen im Fokus standen. Das finde ich leider zu einseitig.


Der Schreibstil war etwas anstrengend, da die Studien teilweise schon sehr fundiert dargelegt und erklärt wurden. Gut fand ich die Schaubilder und Diagramme, welche immer wieder aufgeführt wurden. Auch für Menschen mit weniger neurologischem Verständnis wurden so die Ausführungen von Spitzer verständlich. Ich fand allerdings, dass sich einige Dinge im Buch wiederholten. Gerade die Worte Cybersucht und Cyberkrank tauchen immer wieder auf. Zudem hatte ich das Gefühl, dass einige Dinge nur oberflächlich behandelt wurden, trotz fundierter Studien. Hier fehlte mir ab und an der nötige Tiefgang und die korrekte Auswertung der Studien. Diese werden zwar angeführt, aber nicht immer triftig begründet. 


Sehr gut fand ich die Thematik „die Dosis macht das Gift“, denn genau das ist es, worauf der Autor letztlich hinaus will. Sicher ist dieses Buch stark in der Kritik gewesen, ich muss jedoch sagen, dass ich durchaus einige Gedanken nachvollziehen kann. Da ich jedoch selbst in der Generation Facebook und teilweise auch Smartphone aufgewachsen bin, kann ich einige Gedanken des Autors wiederum nicht teilen. Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, war die Auflösung des Problems. So führt Spitzer keine konkreten Maßnahmen an, sondern fordert vor allem Aufklärung. Nach der Aufwerfung des Problems in 12 Kapiteln, habe ich da ein wenig mehr erwartet.

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