Dienstag, 3. November 2015

"Das wirst du bereuen" - ein berührendes Buch über Freundschaft, Vertrauen, Hass und Rache




Das wirst du bereuen (Amanda Maciel)

Die Autorin

Amanda Maciel arbeitet als Kinderbuchverlag. Aktuell schreibt sie für den Scholastic Verlag. Neben dem Schreiben liebt sie das Joggen und fährt gern mit ihrem kleinen Sohn mit der U-Bahn kreuz und quer durch die Stadt. Aktuell lebt sie mit ihrem Sohn und ihrem Mann in Brooklyn, New York.

Das wirst du bereuen

Sara und Brielle sind zwei Schülerinnen an einer amerikanischen Highschool. Beide hielten sich für ziemlich normal, doch nun stehen sie vor Gericht, weil eine ihrer Mitschülerinnen sich umgebracht hat. Sara und Brielle werden dafür verantwortlich gemacht. Für sie unverständlich, denn es war doch Emma Putnam, die sich an Saras Freund Dylan herangemacht hat, die sich überhaupt an alle älteren Jungs in der Schule herangemacht hat. Die kleine Schlampe hatte doch verdient, dass man sie so nennt. Außerdem waren es nicht nur Sara und Brielle, es waren alle. Ein kleiner Denkzettel über Facebook, Twitter und co. durfte da schon mal drin sein. Doch dann scheinen sich die Dinge zu verselbstständigen und plötzlich ist Emma Putnam tot. Erhängt in der Garage ihrer Eltern.

Fazit

Ein unglaublich emotionales Buch über das Thema Mobbing an Schulen, welches auch in Deutschland ein brisantes Thema ist. Emma Putnam hatte schon einige Schwierigkeiten an anderen Schulen und wechselt bereits zum 4. Mal die Schule. Sara und Brielle sind sich sicher, dass das nur damit zusammenhängt, dass Emma Putnam eine Schlampe ist. Kein Wunder, dass sie niemand mag, so wie sie sich an die älteren Jungs heranmacht. Als sie dann auch noch Dylan, Saras Freund abschleppt, geht sie zu weit und Sara verliert die Kontrolle. 

Sara und Brielle sind typische Highschoolabsolventinnen. Allerdings überspannen sie von Beginn an den Bogen, was den Umgang mit Emma Putnam angeht. Dies liegt nicht nur an ihnen selbst, denn auch alle anderen mobben Emma, wann immer es möglich ist. Meist weniger aktiv, sondern eher passiv. Es wird über den Flur gezischt, ihr Spind beschmiert, zum Valentinstag 50 Rosen geschickt, um sie als Schlampe abzustempeln. Das alles sehen die Jungs und Mädchen als Spaß. Sie können nicht sehen, wie sie das Mädchen verletzen. Doch anstatt sich zu wehren, zieht sich Emma immer weiter zurück. Sie lässt die anderen gewähren und sucht Anschluss bei den älteren Jungs. Dies treibt sie jedoch noch weiter in die Sackgasse hinein, denn die Mädchen sehen dies als persönlichen Angriff. Die verbalen Angriffe gegenüber Emma werden immer schlimmer, bis es schließlich auch zu mehr oder weniger kleinen Handgreiflichkeiten kommt. Emma scheint in diesem Zusammenhang immer passiv zu sein und sich nicht wehren zu können. Weder Gespräche beim Vertrauenslehrer und Therapeuten, noch Anrufe ihrer Eltern in der Schule bringen für sie irgendeine Verbesserung. Schlussendlich kann Emma nicht mehr und sieht keinen anderen Ausweg mehr als sich umzubringen.

Das Buch spielt einerseits vor dem Selbstmord und andererseits danach. Die beiden Handlungsstränge ergänzen sich wunderbar, da man so immer den Überblick behält. Der Roman ist aus der Sicht von Sara geschrieben, was ihn ebenfalls interessant macht, denn nicht das Opfer ist der Erzähler, sondern eine Täterin. Sara versteht allerdings lang nicht, was genau ihr Fehler war. Sie sieht Emma als schwach an. Ihre Freundin Brielle übertrifft sie in dieser Einstellung um Längen. Der einzige Mensch, der hinter die Fassaden zu blicken scheint, ist Dylan. Doch auch er spielt eine wichtige Rolle im ganzen Geschehen. Im Handlungsstrang der Vergangenheit scheinen Sara und Brielle als rachesüchtige und hasserfüllte junge Frauen, denen es Freude bereitet Emma zu quälen, wann immer ihnen danach ist. Ihnen zur Seite stehen eine Horde von Mitläufern, die hoffen sich ein wenig ihrer Gunst erschleichen zu können, indem sie Emma ebenfalls heruntermachen, obwohl sie gar nichts gegen sie haben. Im zweiten Handlungsstrang, in welchem Sara und Brielle bereits angeklagt sind, erkennt man vor allem auf Saras Seite eine immer weiter fortschreitende Veränderung, denn das Mädchen beginnt sich Gedanken über ihre Taten zu machen.. Ganz im Gegensatz zu Brielle.

Ein wirklich spannendes und berührendes Buch über Freundschaft, Vertrauen, Hass und Rachegefühle, welche ein junges Mädchen in einen verzweifelten Selbstmord treiben.
 


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