Mittwoch, 28. Mai 2014

Bäume reisen nachts (Aude Le Corff)






Der Autor


Aude Le Corff wurde 1977 in Tokio geboren und studierte Psychologie und Wirtschaft. 2009 begann sie ihr mit dem Prix ELLE ausgezeichnetes Blog „Nectar du Net“. Bäume reisen nachts ist ihr Debütroman. Aktuell lebt sie mir ihrer Familie im französischen Nantes.


Bäume reisen nachts


Manon fühlt sich einsam und allein. Seit ihre Mutter sie und ihren Vater verlassen hat, sitzt sie unter einer riesigen Birke im Garten. Ihr Vater Pierre kümmert sich um nichts mehr und verwahrlost zusehends. Sie sitzt unter dem Baum, wippt vor und zurück, liest Bücher und spricht mit den Ameisen. Der mürrische Rentner Anatole, der seit einigen Monaten ebenfalls in Manons Haus wohnt, beobachtet sie dabei und fühlt sich seltsam berührt. Eines Tages gesellt er sich zu ihr und beginnt ihr den „kleinen Prinzen“ vorzulesen. Manon blüht immer mehr auf. Als eines Tages Briefe von ihrer Mutter aus Marokko eintreffen, bricht Pierre zusammen mit seiner Tochter Hals über Kopf auf und macht sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa. Die Reisenden erleben jede Menge Höhen und Tiefen, während sie dem Ziel ihrer Reise immer näher kommen.


Fazit


Ein wahnsinnig emotionales und berührendes Buch, welches den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Manon und Anatole geben ein wunderbares Protagonistenpaar ab. Die ruhige und zutief traurige Manon, die ihre Freizeit nur noch mit Zangsneurosen, Büchern und Tieren verbringt und dabei darauf bedacht ist, ihrem Vater möglichst aus dem Weg zu gehen. Und Anatole, der den ganzen Tag mürrisch vor sich hinredet und keinen Sinn mehr für die Schönheiten des Lebens hat. Die beiden Nebendarsteller sind der verlassene Ehemann Pierre, der im Leben keinen Sinn mehr sieht, seit ihn seine Frau Anais in einer Nacht und Nebelaktion verlassen hat und Sophie, die Schwester von Anais. Zu viert geben sie ein ungleiches Quartett ab, welches sich nun auf eine Reise quer durch Europa macht. Jeder einzelne von ihnen ein Unikat auf seine Weise. Während sich Sophie und Pierre gegenseitig hochschaukeln und Manon den Kopf einzieht, wird Anatole immer mehr zum beruhigenden Mittelpunkt, der in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahrt und die Gemüter immer wieder beruhigen kann.


Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist sehr angenehm und lässt den Leser schnell ins Geschehen einsteigen. Schon ist man mittendrin in der zerütteten Gefühlswelt von Pierre und Manon. Die Reise quer durch Europa wird nicht nur von vielen amüsanten Situationen untermalt, sondern zeigt auch die Entwicklung von Manon und vor allem von Anatole, der immer mehr zu seiner früheren Jugend zurück findet. 


Ein toller Roman über die tiefe Freundschaft ungleicher Menschen, über Familie und den Mut eines kleinen Mädchens Träume in Wirklichkeit zu verwandeln. „Der Roman, der ganz Frankreich verzaubert hat“, hat auch mich verzaubert und wird sicherlich noch viele weitere Leser faszinieren. Ein wunderbarer Roman, der von mir 5 von 5 goldenen Büchern verdient hat.

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Kommentare:

  1. Mich hat es auch verzaubert. :) Ich fand es wudnervoll wie so unterschiedliche Menschen auf einer Wellenlänge sind und eine tiefe Freundschaft entwickelt haben. :)
    Schön geschrieben.
    LG Liss ♥

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    1. Ja ich hätte das auch zunächst gar nicht vermutet, aber schon das Cover ist wirklich toll. Und die Freundschaften sind wirklich wahnsinn, am liebsten mochte ich Anatole :)
      Liebste Grüße,
      Liesa

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