Montag, 20. Januar 2014

Tochter des Glücks (Lisa See)




C. Bertelsmann Verlag


Die Autorin


Lisa See ist, wie ihre Protagonistin Joy in „Tochter des Glücks“ eine Amerikanerin mit chinesischer Abstammung. Sie ist Journalistin und Kuratorin mehrerer großer Ausstellungen. Zudem hat sie schon viele internationale Bestseller verfasst und lebt derzeit mit ihrer Familie in Los Angeles. 


Tochter des Glücks


Als Joy erfährt, dass ihre Mutter nicht ihre Mutter und ihr Vater nicht ihr Vater ist, macht sie sich Hals über Kopf auf den Weg nach China, um dort ihren Vater zu finden. Über ihn weiß sie leider nur, dass er Maler ist, was die Suche nicht wirklich leichter macht. Zudem herrscht in China gerade eine große Kulturrevolution und die Chinesen lassen keine Einwanderer rein, die sich nicht als „Helfer beim Aufbau eines kommunistischen Staates“ ausweisen. Doch Joy zieht einen Schlussstrich unter ihr altes Leben, gibt ihren amerikanischen Pass ab und will in ihrer Heimat bleiben. Als sie erfährt, dass Z. G. in Ungnade gefallen ist und in eine abgelegene Provinz geschicjt wurde, um den Bauern dort Malunterricht zu geben, begleitet Joy ihn dorthin. Sie ist begeistert davon die kommunistischen Ideale zu verbreiten und zu leben. Doch sie macht einen entscheidenden Fehler, als sie einen Bauern, in den sie sich verliebt hat, heiratet. Diesen Fehler sieht sie jedoch viel zu spät…


Fazit


Ein spannendes und turbulentes Buch, welches mitten im Geschehen einsetzt. Die junge Frau Joy, die gerade erst ihr Studium abgeschlossen hat und bei ihrer vermeindlichen Mutter May und Pearl lebt, hat bereits erfahren, dass ihre Eltern nicht die leiblichen Eltern sind. Der Prolog und der Aufbruch nach Shanghai sind sehr spannend und mitfühlend geschrieben. Überhaupt ist der Schreib- und Erzählstil der Autorin sehr ansprechend. Sehr gut gefielen mir auch die unterschiedlichen Sichtweisen der Kapitel. Mal sind sie aus der Sicht von Joy und haben damit einen unübersehbaren ideologischen Aspekt und dann sind sie wieder aus der Sicht von Pearl, die Joy nach China gefolgt ist. In ihren Abschnitten schwingt immer wieder die Sorge um die junge Frau mit.


Die Hauptfigur Joy macht auf mich einen sehr sympathischen, aber zum Teil auch verwirrten Eindruck. Der überstürzte Aufbruch, bei welchem sie alle Mauern hinter sich abbricht und sowohl ihre Familie, als auch ihren Freund zurück lässt, kommt für mich zu schnell und unerwartet. Die Verhältnisse, die im China des Romans spielen, hätten mich sofort umdrehen lassen. Nicht nur, dass Joy viele Kontrollen über sich ergehen lassen muss und immer wieder beteuert, dass sie den Kommunismus in China mit aufbauen will, sie muss auch ihren amerikanischen Pass abgeben. Das bedeutet, dass sie nicht so schnell nach Amerika zurück kann. Als Mao die Grenzen verschließt, gibt es gar kein Zurück mehr. Z.G. wiederum ist mir wenig sympathisch, er freut sich nicht wirklich, dass er „nun“ eine Tochter hat, im Gegenteil. Für ihn ist wichtig, dass sie malen kann und dem Kommunismus helfen will. 


Ein sehr authentischer, abenteuerlicher und atemberaubender historischer Roman, der trotz seiner vielen politischen Aspekte, mit einer Masse von Emotionalität aufwartet.

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