Mittwoch, 1. Januar 2014

Angerichtet (Herman Koch)





KiWi Verlag


Der Autor


Herman Koch, geboren 1953, ist Kolumnist, Komiker, Fernsehmacher und weltweit erfolgreicher Bestsellerautor. Sein Roman »Angerichtet« war 2009 einer der meistverkauften Romane europaweit und steht aktuell in den Top Ten der New York Times-Bestsellerliste. Mehrere Verfilmungen sind in Vorbereitung. »Sommerhaus mit Swimmingpool« (2011) erntete wie »Angerichtet« glänzende Kritiken und ist ein Spiegel-Bestseller. »Odessa Star« erschien auf Niederländisch im Jahr 2003. Ein neuer Roman von Herman Koch wird im Jahr 2014 erscheinen.


Angerichtet


Paul findet auf dem Handy seines Sohnes ein prekäres Video. Er, sein Kumpel Rick und das Adoptivkind von Pauls Bruder, Beau, haben etwas Schlimmes getan und nun wissen sie nicht, was sie tun sollen. Bei einem Abendessen soll sich die Situation aufklären und darüber beraten werden, was nun zu tun sei. Es treffen sich Michels Eltern Paul und Claire sowie Ricks und Beaus Eltern Babette und Serge. Es kommt hinzu, dass Serge ein anstrebender Minister ist, der in besagtem Zeitraum Wahlwerbung betreibt und andere Schlagzeilen benötigt, als diese, dass sein Sohn und Adoptivkind wegen Mordes angeklagt werden… 


Fazit


Dieses Buch, welches nach einem abendlichen Dinner aufgebaut ist, zeigt eindrucksvoll bis wohin Elterliche Fürsorge gehen sollte. Beginnend mit dem Aperitif wird über die Vorspeise, Hauptgang, Dessert und Digestif nach und nach die Handlung des Buches aufgeklärt. Es tritt jedoch nicht nur das eine Geschehnis zu Tage und die wirklichen Umstände, sondern auch weitere Familienprobleme.


Ich kam sehr schleppend in das Buch, da der Autor viele schwierige, lange und verschachtelte Sätze benutzt. Auch die eigentliche Problematik des Buches, tritt für meine Begriffe zu stark in den Hintergrund. Der Umgang mit dem Geschehenen durch die Eltern ist für mich ebenfalls eher unbegreiflich. Nicht nur, dass sie zu Beginn totgeschwiegen werden, die Ehepartner haben auch zu viele Geheimnisse voreinander. Dies steht in starkem Kontrast zu den Erzählungen über die Familienverhältnisse. Der Erzähler Paul, Vater von Michel und Ehemann von Claire, schwärmt sowohl von seinem Sohn als auch seiner Frau. Der Begriff der Moral wird nicht nur wahnsinnig überdehnt, sondern auch verleugnet. Paul belügt sich letztlich selbst, da er der Wahrheit nicht ins Auge sehen kann. Doch nicht nur der Vater von Michels versucht seinen Sohn aus der Situation heraus zu reden, sondern auch Serge, Babette und Claire stehen dem in Nichts nach.


Alles in allem ein recht schwieriges, langwieriges, aber auch tiefgründiges Buch, auch wenn es sich um interessante und emotionale Familienprobleme und –Angelegenheiten dreht. 

Ranking


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