Dienstag, 24. Dezember 2013

Der Duft von Hibiskus (Julia Leuze) / Der Ruf des Kookaburra (Julie Leuze)



   

Der Duft von Hibiskus (Julia Leuze)

Goldmann Verlag


Die Autorin


Julia Leuze wurde 1974 geboren, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Romanen. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart.


Australien 1858


Emma ist nicht wie andere Frauen in ihrer Zeit. Zusammen mit einer Gruppe von Forschern und dem Botaniker Oskar Crusius macht sie sich auf den Weg in den australischen Urwald, um Pflanzen zu erforschen und zu zeichnen. Doch bald muss sie feststellen, dass die Männer nicht so freundlich und aufgeschlossen sind, wie sie anfangs zu sein schienen. Das Leben im australischen Regenwald wird für Emma deshalb bald zur Qual, denn nur unter einer Lüge war es ihr möglich, sich der Gruppe anzuschließen. Doch was wird der Gruppenleiter Carl dazu sagen, zu ihm fühlt sich Emma unweigerlich hingezogen, doch von Lügen hält dieser gar nichts. Nach und nach entwickelt sich eine immer tiefgründigere Beziehung zwischen den beiden, doch Emma kommt einfach nicht los von den Schatten ihrer Vergangenheit.


Fazit


Ein beeindruckendes, spannendes und abenteuerliches Buch, welches den Leser von der ersten Seite an fesselt. Schnell geht es los in das Abenteuer im australischen Regenwald. Nicht nur die Landschaftsbeschreibungen der unbekannten Blumen und Pflanzen sind fantastisch, sondern auch der Schreib- und Erzählstil ist sehr fesselnd und einnehmen. Die junge Pflanzenmalerin Emma ist eine starke Persönlichkeit, die sich von den Männern ihrer Zeit nicht herumkommandieren lassen möchte. Den einen Männern im Lager gefällt diese Einstellung, andere können damit weniger gut umgehen.


Die Lüge, mit welcher sie sich in die Gruppe „einschleicht“ ist sowohl clever als auch hinterlistig, denn nun ist sie zugleich an einen der Männer im Lager gebunden. Doch diese Gegebenheit lässt sich nicht mit ihren Gefühlen zum Gruppenleiter Carl Scheerer vereinbaren. Zu ihm fühlt sich Emma mehr und mehr hingezogen. Doch bevor sie sich ihren Gefühlen stellen kann, muss sie ihr Gedächtnis wiederfinden. Beim Aufbruch von zuhause, waren nur noch Bruchstücke der letzten Ereignisse vorhanden, alles weitere hat Emma tief in ihrem Unterbewusstsein vergraben.


Ein tolles Buch, welches durch seine Vielseitigkeit und fantastischen Beschreibungen, immer wieder zum Lesen anregt.


Der Ruf des Kookaburra (Julie Leuze)


1859 im australischen Regenwald


Emma und Carl sind endlich glücklich. Fernab jedweder Zivilisation leben die beiden in der australischen Wildnis im Clan der Schwarzen, welche sie zu erforschen suchten. Als Purlimil Zwillinge bekommt, scheint das Glück der beiden perfekt, denn ein Gesetz der Eingeborenen besagt, dass nur ein Kind überleben kann. Emma nimmt sich Purlimils Tochter an und nimmt den Zorn der Geister auf sich. Doch leider ist es mit der Kindererziehung in der Wildnis nicht so einfach und Carl und Emma streiten sich darüber oft. Denn das Kind schreit manchmal tagelang und nur an Purlimils Brust scheint es zufrieden zu sein. Als die beiden sich erneut streitet, dreht sich Carl um und geht aus dem Zelt. Er verschwindet an diesem Tag spurlos und Emma ist verzweifelt. Was ist nur passiert? Sollte Carl sie wirklich verlassen haben?


Fazit


Dieser Roman steht seinem Vorgänger „Der Duft von Hibiskus“ in nichts nach. Mit Spannung und Abenteuer startet er erneut in den australischen Regenwald und begibt sich auf die Spuren von Emma und Carl. Die beiden Protagonisten sind sympathisch wie eh und je, Carl tut wirklich alles dafür, dass es Emma gut geht. Er liebt sie abgöttisch. Doch dann verschwindet Carl spurlos und Emma kann es einfach nicht glauben. Sie trauert, sucht ihn, doch er kommt nicht wieder. Als dann auch noch John Roberts auftaucht, um von der australischen Regierung aus, ihre Forschungsergebnisse zu überprüfen, scheint es für Emma immer weiter bergab zu gehen. 


Das Buch beeindruckt erneut durch seine angenehme und kurzweilige Schreib- und Erzählweise und gibt dem Leser diesmal sogar Einblick in die Gedankenwelt des alten Schamanen Birwain. Die Spannung erreicht einen tollen Höhepunkt und lässt der Handlung eine großartige Wendung widerfahren. Zudem erhält der Leser erneut einen beeindruckenden Einblick in die Flora und Faune der australischen Wildnis, auch wenn Emma sich nun auch mit anderen Probleme herumschlagen muss, als mit dem Zeichnen.


Ein beeindruckendes, faszinierendes und abenteuerliches Buch, welches eine tolle Nachfolge zum ersten Teil bildet und man als Fortsetzung auf jeden Fall gelesen haben sollte. Als Einzelwerk entfaltet es sicher nicht die gewünschte Wirkung.

Ranking

 



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