Freitag, 8. November 2013

Die Tochter eines Arztes (Martina Frey)






Die Autorin


Martina Frey wurde selbst am 07.12.1971 in Wiesbaden geboren und fand schon früh zum Schreiben. 1990 absolvierte sie ein Fernstudium und den Kurs „Technik der Erzählkunst“. Seitdem möchte sie das Schreiben nicht mehr missen. Seit 2008 ist sie Mitglied im Autorenkreis „Quo Vadis“ und schloss sich 2013 der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren „DeLiA“ an.




Der Arzt Anton Hentschel zieht zusammen mit seiner Frau Charlotte und seinen beiden Töchtern, von denen Eugenia eine ist, nach Holzhausen aufs Land. Dort fühlt sich Eugenia sehr gelangweilt, sie vermisst das tolle Hofleben in Wiesbaden. Außerdem ist sie den armen Bauern überlegen, wie sie findet. So widmet sie sich in ihrer Freizeit vor allem den Büchern ihres Vaters, der als Arzt nun auf dem Land arbeitet. Dies wiederum missfällt ihrer Mutter, welche sie zu Handarbeit und Piano zwingt. Doch Eugenia findet in Luisa eine Freundin, der sie sich anvertraut. Zudem stielt sich der ungehobelte und flegelhafte Matthias in ihr Leben, er bekommt eine Anstellung am Hof des Vaters. Eugenia findet zu ihrer eigenen Verwunderung immer mehr Gefallen an dem jungen Burschen und das, obwohl sie mit Daniel Schütz einen ehrbaren Verlobten an ihrer Seite hat. Eines Tages eskaliert die Situation und Eugenia spürt wie nie zuvor was es heißt nach den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit zu leben und behandelt zu werden, wie eine Aussätzige. Doch ihr Leben bekommt eine unerwartete Wendung.


Fazit


Leider passt der Titel nicht besonders zum Inhalt, wie ich finde. Es sagt nichts aus, über den Umfang des Stoffes, der im Buch angesprochen wird. Revolutionsjahr 1848, die Rolle der Frau, Familiengeschichten, eine riesige Menge an Stoff, der Titel klingt meiner Meinung nach eher nach einem belanglosen Groschenroman. Dem ist ganz und gar nicht so, bereits nach den ersten Seiten war ich von der Geschichte Eugenias und der Familie Hentschel begeistert. Die Rollenverhältnisse waren klar, der Vater ist das Familienoberhaupt, Frauen und Töchter haben nichts zu sagen, nur das Pianoforte zu spielen, zu singen und Handarbeiten zu verrichten. So auch Eugenia, die jedoch, anders als die anderen Mädchen, ihre Zeit lieber mit Lesen und Nachdenken verbringt. 


Eine interessante Zeit, als man Mutter und Vater noch mit „Sie“ ansprach und nach den Zwängen der Gesellschaft leben musste. Um den eigenen Ruf war man mehr bedacht, als um die Gesundheit und dem seelischen Zustand seiner Kinder, so auch bei Eugenia, die sich durch eine Romanze in Verruf bringt, was ihr zukünftiges Leben ins Wanken bringt. Der Roman schildert im Grunde eine wahnsinnig tragische Liebesgeschichte, die sich versucht gegen die Zwänge der Gesellschaft aufzulehnen, was jedoch nicht funktioniert. Matthias verschwindet von der Bildfläche und Eugenia wird geächtet. Ausgestoßen aus dem gesellschaftlichen Leben, vegetiert sie vor sich hin und wird von allen verachtet. 


Der Schreib- und Erzählstil sowie die Protagonisten sind sehr angenehm, weshalb das relativ umfangreiche Buch (knapp 400 Seiten) schnell zu lesen war.

Buch gefunden auf: http://www.bloggdeinbuch.de/ 

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