Mittwoch, 27. November 2013

Xorafedi (Markus Günther & Mathias Richter)




Angela Pundschus Verlag Hamburg


Der Autor


Markus Günther wurde 1987 in Berlin geboren und zog 2002 in die Nähe von Hamburg. Sein Roman-Erstling "Xorafedi", den er zusammen mit Mathias Richter realisiert hat, erschien im Oktober 2013. In seinen Werken erforscht Markus Günther oft Menschen mit besonders ausgeprägten Charaktereigenschaften in außergewöhnlichen Situationen.


Xorafedi


Barracuda und Träumer wachsen beide im Findelhaus und später an verschiedenen Orten auf. Träumer wird von seinem Tay geschlagen und beschließt eines Tages abzuhauen. Zusammen mit Barracuda macht er sich auf den Weg die große Freiheit zu suchen. Doch bereits auf dem Weg geschehen seltsame Dinge, immer wieder haben sie das Gefühl verfolgt zu werden. Mitten im Wald treffen sie auf eine Hütte, in der eine Xorafedi wohnt. Xorafedi haben die Fähigkeit ihre Umwelt durch die Einnahme verschiedener Mediums mental zu beeinflussen. Die Xorafedi Mira macht sich zusammen mit Barracuda und Träumer auf den Weg ins Abenteuer. Als ihr Weg plötzlich eine entscheidende Wende nimmt, beschließen sie nach Xedwin, der Hauptstadt der Xorafedi, zu reisen. Doch dort erwartet sie nicht das, was sie erhofft hatten.


Fazit


Ein abenteuerliches Buch, welches zu Anfang ein wenig durch seine seltsamen Bezeichnungen (Tay = Anrede für Männer) verwirrt. Dies wird jedoch besser, je mehr man sich in die Geschichte einliest. Barracuda und Träumer sind genauso wie Nilan und Mira an späterer Stelle sehr sympathische Protagonisten, die es schaffen den Leser mit Witz und Charme in seinen Bann zu ziehen. Vor allem Träumer spielt im Buch mehr und mehr eine sehr wichtige Rolle.


Der Schreib- und Erzählstil der Autoren sorgen ebenfalls dafür, dass die Spannung aufrecht erhalten wird und der Leser immer wissen will, wie es weiter geht. Die Geschichte ist einerseits sehr fantastisch andererseits kann man sich durch die tollen Landschaftsbeschreibungen wunderbar in sie hineinfühlen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. 


Sehr schön ist auch das Cover, welches bereits sehr fantastisch und verspielt wirkt. Das Kugelhaus, welches abgebildet ist, findet sich zudem im Buch wieder.

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Sonntag, 24. November 2013

Lost Places (Johannes Groschupf)




Oetinger Verlag


Der Autor


Johannes Groschupf wurde 1963 in Braunschweig geboren und studierte Germanistik und Publizistik in Berlin. In dieser Stadt hat er wohl die leer stehenden Gebäude „Lost Places“ sehr gut kennen gelernt. Seit 1988 arbeitete er vor allem als freier Journalist. 1994 überlebte er auf einer Dienstreise einen dramatischen Hubschrauberabsturz. Für sein Radio-Feature "Der Absturz" erhielt er 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis. Heute lebt Johannes Groschupf mit seinen beiden Kindern in Berlin.


Urban Explorer


Nachdem die fünf Freunde Chris, Moe, Steven, Kaya und Lennart unschön aus einer Disko in Berlin fliegen, erkunden sie ihr erstes leer stehendes Gebäude. Wie Katzen schleichen sie durch die Nacht und kein lost place bleibt vor ihnen unentdeckt. Doch schnell wird klar, dass die leeren Häuser mehr versprühen als den Glanz und den Charme vergangener Zeiten. Denn nach kurzer Zeit machen die fünf Freunde einen grausigen Fund, Lennart plagen seitdem sogar Albträume. Auch die anderen Gebäude bergen Gefahren und der Türsteher Eddie und seine Gang scheinen in irgendwas verwickelt zu sein, denn sie tauchen regelmäßig ebenfalls in leer stehenden Häusern, Fabriken und Ruinen auf. Schnell geraten die Fünf immer tiefer hinein in einen Strudel aus Gefahren.


Fazit


Ein klasse Buch, welches ich regelrecht verschlungen habe. Es fesselt bereits nach den ersten paar Seiten. Nicht nur die Protagonisten sind sehr sympathisch, auch der Schreib- und Erzählstil erhält die Spannung und motiviert so zum Weiterlesen. Rasant geht es durch die leer stehenden Gebäude Berlins und sogar die Lungenheilanstalt Beelitz findet Anklang. Auch das Thema Freundschaft wird aufgegriffen, denn man lernt nicht nur Berlin näher kennen, sondern auch die einzelnen Charaktere. Und sie halten zusammen, komme was wolle.


Natürlich ist es nicht ganz ungefährlich in solchen Häusern herumzusteigen, wie dieses Buch sehr gut zeigt. Deshalb finde ich es besonders toll, diese Gefahren in einem solchen Roman zu verpacken. Besonders beim immer trendiger werdenden Hobby des Geocachings kommen diese Gefahren zum tragen, da an dieser Stelle die verbotenen Häuser „legalisiert“ werden, immer öfters gibt es deshalb auch Probleme mit der Polizei.


Ein tolles Buch, welches sich wirklich zu lesen lohnt, welches nicht nur stillgelegte Fabriken und Krankenhäuser thematisiert, sondern auch deren Vorzüge und Gefahren aufzeigt.

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Donnerstag, 21. November 2013

Tagesgeschehen

Ganz schön viel passiert heute:



- Bücher mit an tolle Orte genommen :)


- Einladungen zur "Christmas & more" Weihnachtsmesse in 
  Bremen im Briefkasten gehabt


- eine Einladung zur bilingualen Autorenlesung zu "Liebe und 
  andere Versprechen" von Andrea Bajani bekommen



- meinen SuB aktualisiert


- Zuwachs auf dem SuB im Bereich "Studium" :)


 


- "Die Tribute von Panem - Catching Fire" im Kino !!!

  



Stadtrandritter (Nils Mohl)





Rowohlt Taschenbuchverlag


Der Autor


Nils Mohl wurde 1971 geboren und lebt mit seiner Familie in Hamburg im Stadtteil Jenfeld. Er hat einen Sohn und zwei Töchter. Nach seinem Studium arbeitete er unter anderem im Baugewerbe, im Einzelhandel und der Logistikbranche. Er unterrichtete auch als Dozent an der Universität Hamburg. Derzeit ist er Angestellter in einer Reklamefirma. Er besitzt zudem einen Campingwagen auf der Nordseeinsel Amrum. Sein Debüt feierte er mit Es war einmal Indianerland.


Ein Ausflug in deinen Kopf, das wäre, glaube ich, ein Abenteuer.


Als Silvesters Schwester Kitty stirbt, kann ihm niemand helfen. Nicht seine Mutter, die der Unfall genauso mitnimmt, nicht seine Freundin Domino, nicht Kittys Freund Borzag. Niemand. Silvester flüchtet sich in Gedanken um den Tod Kittys … Dann ist da noch Merle, sie taucht nach einem halben Jahr nichts-von-sich-hören-lassen, in Silvesters Leben wieder auf und bringt seine Gefühle völlig durcheinander. Eigentlich ist er doch mit Kittys bester Freundin Domino zusammen. Silvester verbringt viel Zeit in der Kirchgemeinde, wo auch Merle des Öfteren auftaucht. Domino kann das gar nicht verstehen. Pastor Kamp ist Seelentröster und Freund. Doch dann kommt Merle die Idee für ein Fest…


Fazit


Ein unglaublich schnelllebiges Buch, welches im Drehbuchformat geschrieben ist. Oft nur in Gedankenstrichen, nicht in Sätzen. Der Schreib- und Erzählstil ist so schnell, dass der Lese teilweise das Gefühl hat nicht hinterher zu kommen. Das ist einerseits faszinierend, andererseits auch ein wenig verwirrend. Dazu kommen die Personen, die man erst einmal zuordnen muss.


Das auf den ersten Blick etwas retro wirkende Cover ist sehr interessant und passt sowohl zum Titel, als auch zum Inhalt. Die Hochhäuser symbolisieren vielleicht die Anonymität der Stadt, in welcher sich kaum einer, außer Silvester für Kittys Tod interessiert. Die Kreuze symbolisieren diesen Tod. Pink und Lila zeigen die Großstadt, die mit ihrem Wirken, ihrer Lautstärke und Abgedrehtheit nun noch stärker auf Silvester hereinbricht.


Interessant sind auch die Unterteilungen der Kapitel in Aventuiren, welches die mittelhochdeutsche Bezeichnung für „Abenteuer“ sind. Ein tolles Buch, welches durch seine Schnelllebigkeit überzeugt, mich jedoch an einigen Stellen gehörig durcheinander brachte.

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Samstag, 16. November 2013

Orangenmond (Stefanie Gerstenberger)




Diana Verlag


Die Autorin


Stefanie Gerstenberger wurde 1965 in Osnabrück geboren und studierte nach ihrem Abitur Deutsch und Sport. Später wechselte sie ins Hotelfach und arbeitete unter anderem auf Elba und Sizilien. Ihr erster Roman „Das Limonenhaus“ wurde von der Presse hoch gelobt und auf Anhieb ein Bestseller, gefolgt von „Magdalenas Garten“ und „Oleanderregen“. Heute lebt Stefanie Gerstenberger mit ihrer Familie in Köln.


Eine Italienreise


Nachdem Evas Schwester Milena nach einem Unfall und einer Infektion gestorben ist, erfährt sie von ihrem Schwager ungeheuerliches. Er ist nicht der Vater seines zehnjährigen Sohnes Emil, für Georg bricht eine Welt zusammen. Verzweifelt sucht er nach dem rechtmäßigen Erzeuger und nimmt Eva, welche ihn seit er in ihr Haus gezogen ist vergöttert, mit auf die abenteuerliche Reise nach Italien. Da Milena als Schauspielerin viel auf Reisen war, vermuten beide die Wurzeln des Übels im Land der Orangen. Doch diese Reise wird letztlich mehr als die Suche nach dem Erzeuger Emils, denn auch Georg und Eva kommen sich näher. Außerdem sorgt Oma Helga für jede Menge Wirbel. Auch von den attraktiven Italienern ist Eva nicht abgeneigt…


Fazit


Beim Titel „Orangenmond“, hatte ich zunächst nicht an eine Kriminalexpertin gedacht, wie Eva eine ist und zu Beginn habe ich vermutet, dass es sich im Buch um einen Mordfall und nicht um eine so abenteuerliche und spannende Geschichte handelt, wie sie es tut. Georg ist nach fünf Jahren Ehe jung Witwer geworden, denn seine Frau Milena ist gestorben. Nun sorgt er allein für ihren gemeinsamen Sohn Emil. So dachte Georg zumindest, denn nun stellt ein Test fest, dass er zeugungsunfähig ist und über ihm bricht erneut eine Welt zusammen.


Die Protagonisten sind sehr sympathisch. Eva legt im Laufe des Romans eine tolle Wandlung und Weiterentwicklung hin. Zu Anfang ist sie in Georg verliebt und merkt nicht, dass dieser trotz all der Zeit nur Milena im Kopf hat. Als er sie bittet, ihn nach Italien zu begleiten, sieht sie es als seine letzte Bewährungschance. Und das wird die Reise auch…
Am besten gefiel mir Jannis, er ist ein toller Mann und ich finde interessant, wie sich seine Beziehung zu Eva im Laufe des Buches entwickelt.


Ein romantisches Buch, welches zeigt, dass man auch dann nicht in die Abhängigkeit eines Mannes geraten sollte, wenn man ihn noch so sehr liebt.

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Donnerstag, 14. November 2013

Das Buch der Fälscher (Charlie Lovett)





Insel Verlag 


Der Autor


Charlie Lovett wurde in North Carolina geboren und studierte Theaterwissenschaft. Zudem führte er ein Antiquariat in England. Lovett ist Autor zweier Romane sowie zahlreicher Theaterstücke für Kinder und Jugendliche. Charlie Lovett lebt in Winston-Salem, N.C.


Buch der Fälscher


Peter Byerly, Buchhändler und Antiquar, welcher sich nach dem Tod seiner geliebten Frau Amanda in ihr gemeinsames Cottage in Wales zurück gezogen hat und nichts und niemanden an sich heran lässt. Durch Zufall fällt ihm ein altes Manuskript in die Hände, welches mit handschriftlichen Notizen von William Shakespeare versehen ist. Für Peter scheint ein lang gehegter Traum wahr zu werden. Doch plötzlich kommen ihm Zweifel an der Echtheit des Manuskripts. Zudem fällt ihm ein hundert Jahre altes Bild seiner Frau Amanda in die Hände, welches mit den geheimnisvollen Initialen B. B. signiert ist. Was hat es damit auf sich? Peter ist zunächst ratlos, doch gemeinsam mit der lebensfrohen Liz, die versucht ihn aus seinem zurück gezogenen Leben herauszuholen, gelingt es Peter Licht ins Dunkel zu bringen. Doch als sie versuchen die Wahrheit ans Licht zu bringen, überschlagen sich die Ereignisse und die beiden sind plötzlich selbst die Gejagten. 


Fazit


Das Buch ist in drei verschiedene Handlungsstränge zu je drei verschiedenen Jahreszahlen eingeteilt. Jeder Leser entwickelt sicher zu Anfang eine unterschiedliche Sympathie für eine der drei Zeitformen. Meine war die mittlere, in welcher es um die Geschichte von Peter und Amanda ging. Gerade dieser Handlungsstrang offenbarte für mich letztlich alles, sie zeigte Peters Wesen und die Innigkeit der Beziehung zu Amanda. Peter, der eher zurück gezogene und schüchterne Mann mit einer Abneigung gegen jeglichen sozialen Kontakt und die penible, gebildete und charmante Amanda, die es schafft, Peter aus seinem Schneckenhaus zu holen.


Auch die anderen beiden Erzählstränge sind interessant, der eine spielt in der Zeit der Entstehung des Manuskripts und der dritte in der Gegenwart Peters, nach dem Tod seiner geliebten Frau. Erzähl- und Schreibstil gefielen mir gut, wobei ich mit den unterschiedlichen Strängen und Zeiten des Öfteren durcheinander kam. Zudem gefiel es mir nicht, dass die Handlungsstränge an den spannenden Stellen unterbrachen, damit konnte man sich weniger gut auf die folgenden Handlungen konzentrieren. Teilweise waren mir Handlungen auch zu unverständlich. Trotzdem ein sehr interessantes Buch. 

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