Samstag, 12. Oktober 2013

Projekt "Online-Sprachkurs" Rosetta Stone








Wer denkt, dass es beim Online-Sprachkurs anders zugeht, als im Realen, der irrt gewaltig. Nichts mit Ruhe und „mal sehen was wird“. Sofort ging es los mit Vokabeltraining, Aussprache, Hör- und Leseverstehen. Und das ohne vorher eine einzige Vokabel zu lernen? Hätte ich Italienisch nicht schon gesprochen, wäre mir die erste Lektion bereits sehr schwer gefallen, da auch einzelne Einführungen in die jeweiligen Unterkapitel fehlen. 

Die Überschrift „Aussprache“ etc. geben zwar Auskunft über den Inhalt der Lektion, auch über die Schwierigkeitsstufe wird aufgeklärt, nicht jedoch auf Vokabeln, Konjugation oder ähnliches. Sofort wird erwartet, dass man Artikel und Vokabeln logisch zuordnen kann. Zudem müssen Vokabeln nachgesprochen werden, von denen man zunächst keine Ahnung hat, was sie bedeuten, was ich nicht so sinnvoll finde. Ebenso die Artikel (bestimmte und unbestimmte), man bekommt beispielsweise nicht „gesagt“, wieso es „la“ oder „il“ heißt (weiblich und männlich) oder warum vor „uomo“ (Mann) nur ein „l‘“ kommt = l’uomo, da ein Vokal am Wortanfang steht. Auch bei der Pluralbildung erfährt der Lerner an dieser Stelle eben nicht wieso es „degli uomini“ heißt und nicht „dei uomini“ oder ähnliches. Das ist schade und nicht unbedingt anfängertauglich. 


Diese ersten Übungen gefielen mir jedoch recht gut, da ich Italienisch ja schon ein wenig beherrsche. Sehr gut fand ich beispielsweise das Vokabeltraining, es werden Wörter gezeigt und wiederholt und am Ende muss der Lerner das fehlende Wort ergänzen und kann so lernen und gleichzeitig auch die Aussprache üben.


Beim Üben der Aussprache gab es jedoch einige Schwierigkeiten, da ich das Gefühl habe, dass das Programm nicht immer die richtige Aussprache über das Headset erkennt. So gab es einige Wörter wie „uomo“ oder „correre“, die mir immer und immer wieder falsch angezeigt wurden, obwohl ich sie ganz genauso ausgesprochen habe, wie die Aussprache-Stimme. Dies diagnostizierte mir auch ein waschechter Italiener. Und wenn der es nicht weiß, wer dann :)? Dies führte letztlich soweit, dass ich auch in den Folgelektionen gar nicht mehr so viel Lust auf Ausspracheübungen habe, da die Fehler auch gespeichert werden und man diese Lektionen dann empfohlen bekommt. Das nervt gewaltig und aus Wut habe ich auch schon das Headset in die Ecke geschleudert. Nicht unbedingt motivationsfördernd :)



Kommentare:

  1. Ich denke, Sinn und Zweck ist es, dass man es wie ein Kleinkind irgendwie automatisch lernt. Quasi ohne Erklärungen, nur durch Wiederholung und direkte Anwendung. Bei mir ist es das Gleiche: Ich kann schon etwas Italienisch und kann irgendwie gar nicht nachvollziehen, ob es nun für Leute ohne Vorkenntnisse so auch klappen kann. Am Anfang hat es mich gestört, dass wirklich nirgendwo erklärt wird, was man machen soll, auch wenn es dann ziemlich leicht selbst herauszufinden ist.
    Bei mir das gleiche Problem mit der Aussprache: Ich sage etwas völlig korrekt und er zeigt mir Fehler an. Ich habe bereits meinen Laptop mehrere Male hysterisch angebrüllt. Manchmal lasse ich einfach die Sprachübungen weg, indem ich nichts sage, wenn der Mikrotest läuft. Dann kommt danach die Option, dass man ohne Mikro weitermachen kann. ;-)

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  2. Das demotiviert aber ganz schön oder :D Ja auch ich habe vor Wut meinen Rechner angeschrien und wollte das Headset gern an die Wand werfen. Aber das hätte mehr Schaden verursacht, da hab ich lieber das Programm abgeschaltet. Das hatte wieder zur Folge, dass ich nicht mehr besonders viel Lust auf den Kurs hatte.. Ein Teufelskreis :D

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