Freitag, 27. September 2013

Die Sphinx von Montana (Pauls Toutonghi)




Rowohlt Verlag


Der Autor


Pauls Toutonghi wurde 1976 als Sohn eines ägyptischen Vaters und einer lettischen Mutter geboren. Heute lebt er in Oregon in Portland. Seine Texte wurden vor allem in der New York Times und der Boston Review veröffentlicht. Bei Rowohlt Berlin erschien sein Debütroman «Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war» (2009).


Die Sphinx von Montana


Khosi wächst zusammen mit seiner Morbus Wilson kranken Mutter in einem verschlafenen Nest namens Butte, in Montana auf, ist aber ägyptisch-amerikanischer Abstammung. Seine Mutter führt noch immer eine Catering-Firma mit ägyptischen Spezialitäten, welche auf Rezepten des Vaters und dessen Familie beruhen. Da seine Mutter eine Lebensmittelunverträglichkeit durch die Krankheit entwickelt hat, muss Khosi alles möglichen Speisen verkosten. Seine ägyptische Herkunft merkt er täglich, denn er sieht nicht nur anders aus, als die meisten Kinder in Montana, er kennt auch seinen ägyptischen Vater nicht. Dieser kommt urplötzlich zu Besuch, ohne dass Khosi etwas davon mitbekommt. So schnell ist er auch schon wieder verschwunden. 


Obwohl seine Mutter es nicht für richtig hält, fährt Khosi nach Ägypten, um seinen Vater zu suchen. Durch zufällige Umstände oder den Geist des Zufalls findet Khosi die Verlobte dessen, der er von sich erzählt. Leider hat sein Vater keinen Bedarf daran, seinen Sohn vorzustellen. Stattdessen soll er der Sohn eines Freundes sein. Khosi willigt ein. 


Fazit


Ein interessantes Buch, welches mit Humor und Charme und schwerwiegenden Krankheiten und Wurzelfindungen erzählt. Mit den Protagonisten wurde ich nicht ganz so warm, jedoch gefiel mir der Schreibstil sehr gut. 


Ereignisse wie das Auftauchen des Ururgroßvaters als Geist wiederum, fand ich nicht besonders passend, da es dem Roman einiges an Ernsthaftigkeit nahm. Auch die Langatmigkeit an einigen Stellen, tun dem Werk leider einen kleinen Abbruch. Dies steigerte sich jedoch im Verlauf des Buches und man begann mehr hinter die Ereignisse zu steigen. Für mich stieg in diesem Zusammenhang auch die Spannung wieder.


Besonders schön finde ich die vielen kleinen Details zu Ägypten, die vom Autor in den Stoff des Buches eingewebt werden. So hat der Leser immer ein klares Bild vor Augen, wo er sich gerade befindet und kann auch Khosi und dessen Gefühle besser verstehen.


Ein Buch über eine amerikanisch-orientalische Familiengeschichte mit viel Charme, Humor, Emotion und Gefühl. Ein Sohn auf der Suche nach seinem Vater und seinen Wurzeln. 

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