Samstag, 10. August 2013

Wer morgens lacht (Mirjam Pressler)











Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren und wuchs bei Pflegeeltern auf. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt und Sprachen in München und lebte für ein Jahr in Israel. Sie hat drei inzwischen erwachsene Töchter, die sie nach der Scheidung von ihrem ersten Mann allein großgezogen hat. Heute lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin bei München.


Inhalt


Anne und Marie, zwei ungleiche Schwestern, wie sie verschiedener nicht sein können. Anne, die stille, gescheite und Maria, die quirlige, selbstbewusste und schöne. Alle lieben Marie, die Goldmarie und Anne fühlt sich oft zurück gesetzt. Um Aufmerksamkeit zu bekommen und ihren Willen durchzusetzen, setzt Marie nahezu alles daran, um ihre Eltern und sie zu terrorisieren, findet Anne. Sie nimmt Tabletten, trifft sich mit skurrilen Leuten und Anne wünscht ihr nicht nur einmal den Tod. Doch sollten Familien und Geschwister nicht zusammen halten? Auf einmal verschwindet Marie spurlos, nur einen Anruf gibt es von ihr: „Ich komme nie wieder nach Haus, sucht nicht nach mir, keine Polizei.“ Anne kann es nicht fassen und auf einmal vermisst sie ihre Schwester, trotz der ganzen Streiterei. Erst Jahre später schafft es Anne über diese Erinnerungen und die nachfolgenden Ereignisse zu sprechen. Dabei treten noch weitere Familiengeheimnisse zutage. Doch kann sie ihren Erinnerungen wirklich trauen?
 

Fazit


Bei den beiden Schwestern kann man fast schon von einer Hassliebe sprechen, sooft wie Anne sich wünscht, ihre Schwester wäre gestorben. Aber ich denke, dass es teilweise auch Fantasien eines jungen Mädchens sind, die eifersüchtig auf die Beliebtheit ihrer Schwester ist. Es gibt viele Situationen, wo der Leser nicht denkt, dass Marie und Anne Schwestern sind, so grundverschieden, wie die beiden sind.


Das Buch ist sehr gefühlvoll und emotional geschrieben. Mirjam Pressler gelingt es, die Situation intensiv und feinfühlig zu beschreiben. Natürlich muss man sehen, dass das Buch nur die Sichtweise Annes beschreibt, möglicherweise war ihre rothaarige Igelkurzhaarfrisur-Schwester auch eifersüchtig auf ihre Lernerfolge? Das kann Anne nicht wissen, bei der Feindseligkeit, die zwischen den Schwestern seinerzeit herrschte. Letztendlich wird es im Buch ein wenig diffus, was die Beziehung zwischen Erinnerung und wahrer Begebenheit betrifft, denn nicht immer sind die Erinnerungen die Wahrheit, sondern sind aus subjektiver Perspektiver der damaligen Zeit verfasst und somit eingeschränkt.


Ein wirklich emotional intensives und gefühlvoller Roman, der die schwierige Beziehung zweier ungleicher Geschwister analysiert und viele unausgesprochene Dinge endlich ausspricht. 

Ranking

 

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