Samstag, 31. August 2013

Mord im Lichthof (Andreas Kimmelmann)




Titus Verlag


Der Autor


Andreas Kimmelmann wurde 1979 in München geboren und studierte dort Jura. Später arbeitete er als Rechtsanwalt in München, woher vielleicht auch seine Themen für den Roman kommen. 2007 veröffentlichte er seine ersten beiden Romane. Derzeit arbeitet er bereits an einem neuen Roman.


Mord im Lichthof


Junganwalt Alwin Eichhorn hat einen neuen Fall: ein mysteriöser Mordfall in der Münchner Universität, in welchen sein Mandant verwickelt sein soll. Ein junger Student ist ermordet worden und es gibt scheinbar zahlreiche Zeugen und tatsächlich auch ein Geständnis. Doch dieses scheint nicht der Wahrheit zu entsprechen oder do? Eichhorn ist ratlos. Doch dann stößt er in seinen Ermittlungen auf nähere Hinweise, dass der beste Freund von Gerald Weißhaupt scheinbar nicht die Wahrheit sagt. Zu den Unstimmigkeiten kommt hinzu, dass viele der 21 Zeugen im Lichthof den Studenten Gerald Weißhaupt bei der Gegenüberstellung nicht eindeutig identifizieren können. Außerdem bekommt Alwin das Gefühl nicht los, dass der Täter, sein Mandant, ihm etwas verschweigt. 


Fazit


„Schon wieder ein Bayern-Krimi“, war das Erste, was ich dachte, als ich das Buch in die Hand nahm. Der Einstieg gelang mir, durch die flüssige Schreibweise des Autors, jedoch ohne Probleme und auch der Hauptprotagonist stellte sich mir nach einigen Seiten als sehr sympathisch dar. 


Alwin Eichhorns erster Tag in der neuen Kanzlei als Strafverteidiger beginnt torbulent mit seinem ersten Fall, welcher gleich ein Mordfall ist. Sein Kollege Erwin Schimmel entpuppt sich als echter Freund und hilft ihm, doch er hat selbst so viel auf dem Tisch, dass Alwin die Arbeit allein erledigen muss. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für einen Junganwalt wie ihn. Was hat zudem die seltsame Studentenverbindung mit dem Fall zu tun, auf welche Eichhorn stößt? Auch sein Chef scheint ungewöhnlich intensiv in den Fall verwickelt zu sein, auch wenn er dies zunächst nicht zugibt.


Diese spannungsgeladenen Zusammenhänge machen das Buch fesselnd und man möchte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Zudem identifiziert sich der Leser sofort mit dem Protagonisten Alwin und seiner Sekretärin Verena. Ein tolles Buch, welches ich sofort weiterempfehlen würde.

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Freitag, 30. August 2013

Blutige Küsse und schwarze Rosen (Irina Meerling)




Die Autorin


Im Sommer 1988 geboren, ist Irina Meerling eine noch recht junge Neuautorin. Ihr erster Roman "ToyBoy - gefährlich heißes Spiel" erschien im Februar 2011. Es gibt immer wieder - wohl berechtigte - Einwürfe, eine junge Frau müsse sich vieles anhören, wenn sie erotische Geschichten schreibt. Dazu sagt die junge Autorin nur: Wer sie anhand dieser zu analysieren versucht, wird scheitern. Und auf die Frage Warum gerade Homoerotik? kann sie nur antworten: Warum nicht?


Die Perfektion des Lebens


Elias hat gerade erst seinen Geburtstag gefeiert, zusammen mit seinem besten Freund Nico räumt er noch den Schauplatz des Geschehens. Dieser scheut eigentlich Menschenansammlungen und steht zudem auf Vampire. Als Geburtstagsgeschenk will er nun Elias einen besonderen Wunsch erfüllen, einen, der ihm richtig am Herzen liegt und gibt ihm einen Monat sich einen Wunsch zu überlegen. Scheinbar weiß Nico von Elias Gefühlen von ihm oder wieso hätte er ihm sonst so ein Geschenk machen sollen? Doch dieser Wunsch würde einige Konsequenzen nach sich ziehen, dessen war er sich bewusst. Irgendwie schein Nico jedoch etwas falsch verstanden zu haben, denn die Umsetzung des Wunsches vollzieht sich ganz anders, als Elias es sich vorgestellt hat. Sein Wunsch war nicht der, den Nico sich vorgestellt hatte. Durch diesen Fehler vollzieht Elias nun eine Verwandlung und wird zudem, was Nico schon ist. Nico versucht sich zu erklären, doch es ist vergeblich, denn die Verwandlung ist vollzogen. Nun lernt Elias noch weitere Artgenossen kennen, wie Melchior und Elisabeth und nimmt an Zusammenkünften teil. Scheinbar zieht die Verwandlung aber noch weitere Konsequenzen nach sich…


Fazit


Ein unterhaltsames und spannendes Buch, welches hält was es verspricht. Zunächst denkt der Leser in die falsche Richtung, bis ihm aufgeht, worum es in diesem Roman eigentlich geht. Elias und Nico sind sympathische Protagonisten, mit denen sich der Leser gut identifizieren kann. Zwischen ihnen entwickelt sich eine tiefe Beziehung, die eng mit der Verwandlung verbunden ist.


Gut gefallen mir die „Überschriften“ der Kapiteln, die den Inhalt mit einem Wort kurz und bündig wiedergeben. Auch ich war zu Beginn ein wenig verwirrt und brauchte einige Seiten, um mich im Geschehen zurecht zu finden. Dabei half jedoch der flüssige und spannende Schreibstil der Autorin.


Ein wenig erinnert das Buch an die bisher bekannten Romane dieser Art, nur dass es sich an dieser Stelle nicht um ein traditionelles Liebespaar handelt, sondern um zwei Jungen. Dies ist ungewöhnlich und an einigen Stellen auch ein wenig merkwürdig, weshalb es auch einen Punkt Abzug gab (zumindest im Kopf), da ich nicht mit einem Gay-Roman gerechnet hatte :)

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Donnerstag, 29. August 2013

Macht (David G.L. Weiss)



LangenMüller Verlag
 
Der Autor


David Weiss wurde 1978 geboren. Er lebt und arbeitet in Wien und im Waldviertel in Niederösterreich. Er studierte Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität in Wien. Er veröffentlichte lange Zeit im Duo mit Gerd Schilddorfer.



Macht


Als ihr bester Freund in Wien stirbt, ist für Josephine Mahler, Dozentin für Ethnologie an der Universität in Frankfurt, klar, dass es keinesfalls Selbstmord gewesen sein kann. Als sie nach Wien zurückkehrt, wohin sie eigentlich nie wieder kommen wollte, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Zusammen mit ihrer Jugendliebe Gernot Szombathy gerät sie bald mitten hinein in das unheimliche Geschehen. Doch dieser scheint nicht der zu sein, der er vorgibt. Nach einem bestimmten System werden Menschen ermordet und der Mörder steckt seine Ziele hoch. Hinweise wie verschlüsselte Botschaften, Totenkopfringe und ein geheimnisvolles Manuskript führen Josephine, Gernot und ihre Helfer, einschließlich Inspektior Wotruba, zu einer Studentenverbindung namens Skull & Bones, passend zu den gefundenen Objekten. Als Mahler und Szombathy endlich verstehen womit sie es hier zu tun haben, ist es schon zu spät. Die beiden stecken schnell mitten drin und begeben sich selbst in tödliche Gefahr. Vor allem Josephine scheint das Nachsehen zu haben, denn der Herr der Ameisen ist ihnen immer einen Schritt voraus. 


Fazit


Ein höchst abenteuerliches und fesselndes Buch, welches mit unerwarteter Spannung aufwartet. Nach einer kurzen Vorgeschichte, die sich erst im Laufe des Romans klärt, ist der Leser bereits mitten im Geschehen und bereits auf den ersten Seiten geschehen die ersten Morde. Dieses Schema zieht sich durch das gesamte Buch. Die Art des Schreibens durch den Autor, lässt den Leser locker das Geschehen verfolgen.


Ein wenig verwirrend sind die unterschiedlichen Handlungsstränge. Gerade der Zusammenhang mit der NASA war mir zu Anfang noch nicht klar. Immer wieder gibt es Rückblenden zu verschiedenen Jahreszahlen. Nicht nur Josephines und Gernots Vergangenheit bildet einen Handlungsstrang. Es tauchen auch ein Haufen Namen auf, was ich eigentlich nicht besonders mag, aber in Thrillern und Krimis ist das ja häufig so. Die Hauptprotagonisten bleiben jedoch die Gleichen. Vor allem Josephine wird im Laufe des Romans immer sympathischer. Ganz im Gegenteil zu anderen Protagonisten wie beispielsweise Inspektor Ernst Wotruba, der eher unsympathisch auftritt. Das Phänomen „Macht“ scheint ein Hauptmotiv des Buches zu sein, wie das Cover des Romans bereit verrät. Es zieht sich durch das gesamte Buch.


Ein packender Thriller, der zuweilen etwas langatmig wurde, anschließend jedoch erneut mit spannungsvollen Passagen fesselte.

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Mittwoch, 28. August 2013

Erebos (Ursula Poznanski)




Loewe Verlag


Die Autorin


Ursula Poznanski wurde am 30.10. 1968 in Wien geboren. Nach dem Abitur studierte sie unter anderem Japanologie, Publizistik, Rechtswissenschaften und sogar Theaterwissenschaften. Diese Studiengänge schloss sie jedoch nie ab. Siet 1996 publizierte sie als Medizinjournalistin und veröffentlicht seit 2003 Romane. 


Das Spiel


Nick ist schon öfter aufgefallen, dass sich einige Schüler in seiner Schule in letzter Zeit seltsam verhalten. Irgendwelche geheimnisvollen braunen Päckchen sind im Umlauf und auch sein bester Freund Collin steckt irgendwie mit drin. Als er selbst so ein Päckchen bekommt, kann er es zunächst nicht fassen. Neugierig befasst er sich mit dem Inhalt. Es ist ein geheimnisvolles Computerspiel, welches sich Erebos nennt. Die Bedingungen des Spiels sind einfach: er darf keinem davon erzählen und keine Nachforschungen über das Spiel anstellen. Es ist ein typisches Adventure-Spiel, doch nach einigen Leveln beginnt Nick sich Gedanken zu machen. Der mysteriöse Bote des Spiels scheint alles über ihn und seine Freunde zu wissen. Wer sind die anderen Mitspieler und was ist der innere Kreis? Nick merkt nicht, wie er immer mehr in das Spiel integriert wird und ist bald auch im realen Leben in tödlicher Gefahr.


Fazit


Ein unglaublich spannendes Buch, welches ich schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. Für ein Jugendbuch ab 10 Jahren, ist es sehr realitätsnah und gruselig. Allerdings zeigt es den jungen Leuten auch, dass mit dieser Art von Technik nicht so leichtfertig umgegangen werden sollte oder wer nimmt einfach irgendwelche seltsamen Aufträge von einer Maschine an, die alles über einen zu wissen scheint? Sehr merkwürdig.


Ein abenteuerliches und spannendes Buch, welches letztlich mal wieder zeigt, wie wichtig Freundschaft ist und welches darstellt, dass man sich nicht blind auf irgendwelche Maschinen verlassen sollte, sondern doch auch darüber nachdenken sollte, was man tut. Ein wirklich empfehlenswertes Buch und sogar für die Schule geeignet. Dafür aber vielleicht ein wenig dick :)

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Dienstag, 27. August 2013

Winston – Ein Kater in geheimer Mission (Frauke Scheunemann)



Loewe Verlag
 
Die Autorin


Frauke Scheunemann wurde als Frauke Lorenz 1969 in Düsseldorf geboren und ist eine deutsche Juristin, Journalistin und Schriftstellerin. Gemeinsam mit ihrer Schwester Wiebke Lorenz veröffentlicht sie seit 2006 unter den Pseudonym Anne Hertz vor allem Frauenliteratur. Ihr erster eigenständiger Roman erschien 2010.




Der Superagent


Keine Frage, Winston ist ein außergewöhnlicher Kater. Bei seinem Professor Werner Hagedorn führt er bisher ein ruhiges, stressfreies und beschauliches Leben, wird von der Haushälterin Olga bestens versorgt und es fehlt ihm eigentlich an Nichts. Dies ändert sich an dem Tag, als Anna als Olgas Nachfolgerin zusammen mit ihrer kleinen Tochter Kira in Winstons Leben tritt. Es wird turbolent und chaotisch, denn nichts hasst Winston mehr als KINDER. Doch mit Kira beginnt er sich nach und nach anzufreunden, auch weil das Mädchen ihm von ihren Problemen erzählt. Und dann, während eines Gewitters, passiert es plötzlich… Winston kann es nicht fassen. Plötzlich fühlt er sich weniger als Kater und Kira ist auch nicht mehr Kira. Winston ist Kira und Kira ist Winston und die beiden können im Kopf mit einander kommunizieren. Das darf doch alles nicht wahr sein, wie soll Winston das nur wider hinbekommen?


Fazit


Der Hauskater Winston ist die Hauptperson des Romans und schreibt aus seiner eigenen Perspektive in „Ich-Form“. Besonders schön finde ich, dass er eben als Kater bestimmte Wörter, wie „Polizei“, nicht kennt und eher aus einer „kindlichen“ Perspektive schreibt. Kira und Winston führen jedoch wunderbare Dialoge, das heißt Kira erzählt und Winston hält einen Monolog dazu. Das alles ändert sich, als ein Blitz plötzlich dazu führt, dass Kira zum Kater und Winston zu Kira wird. Von da an ändert sich alles.


Nicht nur das süße Katzencover überzeugt von Anfang an, auch die Kapitelüberschriften, welche ebenfalls mit Katzenmotiven verschönert sind, finde ich ganz toll. Man hat richtig Lust das Buch weiterzulesen.


Ein unterhaltsames und wunderbares Buch über Freundschaft, welche alle Barrieren überwindet. Winston Churchill und Kira sind zwei sympathische Protagonisten, welche man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Vor allem für Katzenfreunde ein absolutes Muss :)

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