Montag, 22. Juli 2013

Speisende soll mann nicht aufhalten: Eine Deutschlandreise über den Tellerrand hinaus (Patrik Stäbler)



Rowohlt Verlag
 

Der Journalist Patrik Stäbler liebt sowohl gutes Essen. das Reisen als auch das Schreiben.
Essen, weil er bis­lang nichts ande­res auf der Welt gefun­den hat, das ihm mehr Freude bereitet. Schrei­ben, weil er den Drang ver­spürt, Geschich­ten zu erzäh­len; weil er die Mannigfaltigkeit der deut­schen Spra­che liebt; weil zwei Hand­voll durch­dacht aneinandergereihte Buchstaben genü­gen, um ihm Begeis­te­rungs­trä­nen in die Augen zu drü­cken. Und Reisen? Nun ja, weil es nun ein­mal so unend­lich viele ent­de­ckens­werte Orte auf die­sem Plane­ten gibt. Im Ide­al­fall lässt sich die­ses Trio zu mehr oder weni­ger sinn­haf­ten Unternehmungen ver­bin­den — so wie auf seiner kulinarischen Deutschlandreise. 


Eine Deutschlandreise über den Tellerrand hinaus 

Eine kulinarische Reise quer durch Deutschland. Per Anhalter und mit Stopp in jedem Bundesland um landestypische Spezialitäten zu finden. Übernachtet wird per Couchsurfing und unterwegs ist man mit Trampen. Spannend, humorvoll und mit viel Charme berichtet Patrik Stäbler von seinen Erfahrungen in Sachen Kultur und Küche, die er in seiner Reise durch die 16 Bundesländer der Republik gemacht hat. Beginnend mit Bayern arbeitet er sich stetig durch ein Bundesland und berichtet vom mürrischen Autofahrer Bachmüller, mit welchem er Bratwurst essen geht, über Couchsurfing, bis hin zum Skatspiel in Altenburg. Aber auch unerfreuliche Autostunden, wie beispielsweise die Fahrt nach Berlin, prägen seine Reise.

Patrick Stäbler schaut über den Tellerrand hinaus und beschäftigt sich nicht nur mit den Essgewohnheiten der jeweiligen Landsmänner, sondern auch mit Land und Leuten. Das Trampen funktioniert nicht immer wie geplant, oft steht er stundenlang an irgendwelchen Autobahnauffahrten und versucht Autofahrer zur Mitnahme zu bewegen. Aber wer kann sich in der heutigen Zeit schon noch sicher sein, dass der nette Mann, der da ins Auto steigt, nicht ein Betrüger oder gar Mörder ist? Kurzum, irgendwie schafft er es jedes Mal mit mehr oder wenigen Episoden an seine Ziele zu kommen. 

Fazit

Zu meinem Schreck musste auch ich feststellen, dass mir kaum ein Gericht (nicht mal das sächsische) bekannt vorkam… Dass die Berliner ihren Döner lieben, war mir klar, aber was Ketwurst oder Oberlausitzer Teichelmauke, Hamburger Labskaus oder Dibbelabbes ist, wusste auch ich nicht, doch das Buch klärte auf. Am Ende eines jeden Kapitels sind die Rezepte und Zubereitungen jeder kulinarisch spezifischen Köstlichkeit verzeichnet. 

Ein wirklich unterhaltsames Buch, welches dem Leser Kultur und kulinarische Besonderheiten aus ganz Deutschland vorstellt. Mit viel Humor und Situationsoptimismus gelingt es Patrik Stäbler mit seiner Reise und Flexibilität zu beeindrucken. Nicht nur Freundlichkeit schlägt ihm des Öfteren entgegen, was den speisenden Reisenden jedoch nicht davon abhält, seine Pläne weiter zu verfolgen. Die schrägen Sprüche und Witze, die sowohl seitens des Autors wie auch von Seiten der Leute, die er auf seiner Reise kennenlernt, das Buch schmücken, untermalen die Reiseerlebnisse bunt. 


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