Sonntag, 28. Juli 2013

Nageln will gelernt sein (Ina Glückauf)



 
Die Autorin


Ina Glückauf wurde im westfälischen Witten geboren. Nach mehreren Ausflügen in diverse Berufsbereiche arbeitet sie nun an ihrem kreativen Schreibtisch, wo sie bisher vor allem Jugendbücher verfasst hat. Ina Glückauf lebt in Friedrichshafen am Bodensee.




Melitta


Nomen est omen. Bei ihrer Namensvergabe mussten ihre Eltern taub gewesen sein… Melitta? Wie der Filterkaffee? Und dann noch eine Schwester mit dem Namen Mercedes. Klar bei wem es im Leben gut läuft und bei wem nicht, oder? Felix´ Eltern, Melittas Schwiegereltern machen ihr das Leben zur Hölle und merken es noch nicht mal. Natürlich ist die Klingel kaputt und natürlich hat Felix mal wieder nicht die Dusche ausgespült und seine Klamotten wieder quer im Bad verstreut und natürlich lässt ihr Schwester Mercedes ihre beiden Kinder mal wieder ungefragt bei ihr, sie hat ja sowieso nichts zu tun, oder? Natürlich dürfen die auch ihren Schulabschluss ungefragt in ihrem Haus feiern. Mella hat langsam aber sicher genug von ihrem schnöden, dahintröpfelnden langweiligen Leben, in welchem sie sich stetig nur nach anderen richtig und welches sie sich mit dem Bemalen von Kacheln in der Dachkammer verschönert, um dabei den wunderbaren musischen Klängen des Nachbarn zu lauschen. Doch dies soll sich ändern, als Tante Eulalia auftaucht, die sich mir nichts, dir nichts, bei Melitta einnistet und ihr rettender Engel ist. Leichthin erklärt sie, wenn Melitta etwas ändern möchte, muss sie kündigen. Und das tut Mella dann auch… 


Fazit


Irgendwie hat es Melitta geschafft, aus ihrem Alltag ein eingeschlafenes, langweiliges und ödes Leben zu machen. Jeder Tag fließt zäh vor sich hin und irgendwie scheint sie mit nichts zufrieden zu sein. Aus den ersten Seiten ist zu lesen, dass dies schon länger der Fall war. Daran muss sich doch etwas ändern lassen? Die Kündigung an ihr bisheriges Leben, die sie schlussendlich verfasst, hat es in sich. Schluss mit all den Sachen, die Mella das Leben schwer machen. Das ganze Buch ist aus der Sicht von Melitta aus der Ich-Perspektive geschrieben, was ich immer besonders mag, da es den Leser direkt anspricht und man eher das Gefühl hat mittendrin zu sein.


Mit viel Witz, Humor und Charme berichtet die Autorin von einer grundsätzlichen Änderung der Lebenseinstellung und –Erwartung. Durch ihre Tante schafft es Mella aus ihrem gestressten, aber langweilig faden Leben auszubrechen und sich ihren eigenen Lebensvorstellungen zu widmen. Schade finde ich, dass sie so lang braucht, um den ersten Schritt bei Georg zu tun, es bahnt sich jedoch durch das gesamte Buch hinweg etwas an, das der Leser nicht leugnen kann. Am Ende geht es mir dann doch nach einigen Unstimmigkeiten zu schnell. Ein unterhaltsames, spannendes und auf jeden Fall lesenswertes Buch, welches einen mit den eigenen Problemen konfrontiert. Hervorragend passend und sehr praktisch finde ich die Seiten 325-330.


Ranking

 

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