Montag, 29. Juli 2013

Mut für zwei (Julia Malchow)








Die eigentliche Architektin begibt sich mit ihrem zehn Monate alten Sohn Levi auf eine Tour von St. Petersburg nach Peking. Zum Autorenjob kommt noch dazu, dass Julia die Gründerin von „Mavia Soul Travel“ ist, ein Spezialist für eine besondere Art des Reisens und vor allem des Individualtourismus. Zudem ist sie geschäftsführende Gesellschafterin von GEOBUCH, einem interessanten Buchladen, der sich ganz dem Reisen verschrieben hat. Ihr größter und wichtigster Job, ist wohl der der „Anker-und-Nase-im-Wind-Mama“.




Grüble nicht, reise!


Nachdem Julia Malchow von den deutschen Spielplätzen genug hat, entschließt sie sich 15000 km mit ihrem Sohn Levis von München aus, quer durch Sibirien, mit der transsibirischen Eisenbahn mit Stopp am Baikalsee und durch die Mongolei, bis nach Peking zu reisen. Immer im Hinterkopf die Suche nach Identität und fernab von Zwangsreisen und Großreisebüros, die ganz auf den Verkauf von Pauschalreisen ausgelegt sind. Nach einigem Hin und Her beginnt die Reise schließlich. 


Jenseits der typischen Familienklischees macht sich Julia auf die Suche nach einer Welt nach ihrem Geschmack, zusammen mit ihrem zehn Monate alten Sohn. Abenteuerlust oder unverantwortlich? Viele der Reiseplaner raten ihr von den Unternehmungen ab, doch Julia setzt sich durch. Doch schon vor der Abreise gerät sie in ein multikulturelles Abenteuer, da kein Jurtencamp in der Wüste Gobi mehr geöffnet zu haben scheint. Aber irgendwas muss doch da zu machen sein? 


Natürlich tritt Julia die Reise an und sie erwarten zusammen mit ihrem Sohn viele Abenteuer. Außerdem schweißt diese Unternehmung die beiden nur noch fester zusammen. Wird Julia Malchow auf ihrer spannenden, interessanten, multikulturellen Abenteuerreise finden, was sie sucht oder zu suchen meint?


Fazit


Ein unglaublich spannendes, abenteuerliches und mutiges Buch, von einer Mutter, die nicht vor Mahnungen und Anklagen zurückschreckt und sich trotz aller Gegenstimmen zusammen mit ihrem zehn Monate alten Sohn auf eine wunderbare Reise macht. Ich ziehe den Hut vor so viel Flexibilität und Mut. Allerdings kann ich mir nach diesem Buch nun noch besser vorstellen, dass eine Reise mit Kind anstrengender ist, als eine Reise allein. Es hätte natürlich auch einiges schiefgehen können, aber Julia trifft ja bereits im Transsit und auch in den anderen Aufenthaltsorten auf tatkräftige Unterstützung und Kinderbetreuung. Was wäre allerdings gewesen, wenn Levi sich nicht so mustergültig verhalten hätte oder krank geworden wäre? Diesen Zwiespalt, in welchem sich auch Julia befindet, bemerkt man beispielsweise als Levi sich Splitter in den Händen einfängt.

Spaß macht es mitzuerleben, wie Julia es immer wieder schafft, ihren Sohn von Dingen zu überzeugen, die er jetzt tun oder lieber nicht tun sollte. So gab es ein schönes Beispiel am Baikalsee, als Levi unbedingt Steine essen will. Julia zeigte ihm Dinge, die er lieber damit machen könnte und die mehr Spaß machen, wie zum Beispiel Steine werfen oder aus Reiseführerseiten kleine Schiffe bauen und in See stechen lassen. Auf diese Art und Weise lernt sie auf der Reise auch ihren Sohn besser kennen.


Es war eine Freude dieses Buch zu lesen und zu sehen, wie Julia und Levi sich locker, flockig durchschlagen und die Reise grundsätzlich reibungsfrei verläuft. Der Schreibstil und die Schilderungen der Autoren haben einen hohen Unterhaltungswert und sind mit viel Witz, Charme und Humor verfasst, was dieses Buch selbst zu einem Abenteuer werden lässt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie ein Leben durch ein Kind verändert werden kann und eine neue Form der Intensität erlebt. 

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